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Bildungs- und Teilhabepaket für arme Kinder muss ankommen - Probleme in der organisatorischen Umsetzung benannt

Sozialpolitik

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Lange wurde über das Bildungspaket für arme und bedürftige Kinder und deren Familien debattiert. Jetzt ist es in Kraft, doch es läuft nur langsam an. Viele Menschen werden nicht erreicht und bleiben weiter von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.

Nicht erst der jüngste Bericht der Vereinten Nationen habe gezeigt, dass auch in einem reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland Armut, gesellschaftlichen Spaltung und somit ungleich verteilte Chancen traurige Realität sind. Darauf weist auch der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) im Kreis, Michael Simon, für seine SPD-Gliederung hin.

Das Bildungspakt hätte von Anfang an anders konzipiert werden müssen, denn es war von Beginn an klar, dass dessen – mit heißer Nadel gestrickte Umsetzung – organisatorisch schwierig werden würde, erklärt der Sozialdemokrat, der in seiner beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter in der Jugendhilfe des Jugendamtes in einem Nachbarlandkreis in viele Familien kommt, in denen Kinder leben, die nicht in einer privilegierten Situation aufwachsen.

Vorrangiges Ziel müsse es im Sinne gleicher Bildungs- und gesellschaftlicher Teilhabechancen sein, die staatlichen Leistungen und individuellen Förderangebote dort anzusiedeln, wo sich Kinder neben der Familie tatsächlich aufhalten und ihr Lebensumfeld haben. Das sind beispielsweise Kitas, Schulen und Vereine, die entsprechend ausgestattet sein müssen.

Ein politischer Ansatz, ausschließlich nach dem Motto, Antrag stellen, Antrag bescheiden sei praxisfern und gehe nicht auf soziale und strukturelle gesellschaftliche Problemlagen ein, er setze vor allem nicht bei den Betroffenen an, die vielfach mit den behördlichen Abläufen und dem Antragsverfahren überfordert sind.

Für einen Erfolg des bildungs- und Teilhabepakets müssen einerseits die vorhandenen Strukturen der Jugendhilfe, Kindertagesstätten und der Schulen gestärkt werden, die Sprachförderung für Kinder- und Jugendliche, ob mit oder ohne Migrationshintergrund sowie Schulsozialarbeit ausgebaut werden. Und es braucht, so wie es etwa die Arbeitsloseninitiative im Kreis fordert, aufsuchende Unterstützungsangebote der Job-Center, die allerdings, um dies tatsächlich leiten zu können, eine entsprechende personelle Ausstattung benötigen. Das ist in jedem Fall zielgerichteter, wenn es darum geht, dass Hilfe auch wirklich ankommt. Da hilft es wenig, wenn eine Frau von der Leyen politische Selbstbeweihräucherung feiert und die faktischen Probleme in der organisatorischen Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets ignoriert, betont der Kreisvorsitzende der SPD-Arbeitnehmer, Michael Simon.

 
 

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